Hubert Scheibl
Von den führenden österreichischen Künstlern der Achtziger Jahre, hat Hubert Scheibl die mit Abstand stärkste und reinste Position bezogen. In deutlicher, elementarer Nähe zur Natur, konnte der Protagonist bereits von Beginn an seine Malerei im Sinne eines hohen Abstraktionsgrades festigen und unter dem vorherrschenden Aspekt autonomer Gestaltfindung selbständig weiterentwickeln. Im Zuge dessen sind seine Bildformate gewachsen, raumgreifender geworden, um Platz zu schaffen für die Farbausdehnungen. Es sind vor allem Landschaftsbilder, die durch ihre sinnliche Bearbeitung von Farbfeldern eine Tendenz ins Imaginative und Romantische aufweisen. Die Bilder sollen aus sich selbst entstehen und nicht komponiert, kalkuliert oder geplant sein, sollen spontan sein und sind mit individuellen Erfahrungen des Künstlers verbunden. Das Malen, als Versuch die Möglichkeiten zu erproben, was die Malerei noch sein kann, ist die Intention Scheibls. Somit reiht sich der Künstler in den Kontext der neuen Abstraktion internationaler Künstler der Neunziger Jahre ein.
In seinen neuesten Arbeiten experimentiert der Künstler erneut: die Bilder sind dichter geworden, aufgewühlter und vor allem zeichnerischer. Die Grenze zwischen Realität und Illusion entwickelte sich zu einem weiten Labyrinth. Das Ineinander und Vermischen von verschiedenen Farb- und Lichtwerten evoziert eine Verdichtung und führt dem Betrachter vor, wie Licht und Farbe zu einer imaginären Einheit verschmelzen können.
In seiner ersten Einzelausstellung in Vorarlberg bietet Hubert Scheibl einen hervorragenden Einblick in seine neuesten Arbeiten (großformatige Ölgemälde). Malerei ist für mich ein Medium, das mir ermöglicht, Erkenntnisse zu machen, die mit meinem System zu denken, zu fühlen und zu schauen zu tun haben. In keinem anderen künstlerischen Medium ist der Schaffensprozeß so direkt an die Bewegung des menschlichen Körpers gebunden (Hubert Scheibl).
Als besonders hervorhebenswert sind bereits im Jahr 1983 die Teilnahme an der Ausstellung „Einfach gute Malerei“ im Museum für Moderne Kunst Stiftung Ludwig in Wien,
1985 die Beteiligung an der Biennale von São Paulo (mit Gunter Damisch) und 1988 sein künstlerischer Beitrag an der Aperto auf der Biennale in Venedig. Im Jahr 1999 folgte die viel beachteten Personale am Museum für Moderne Kunst Stiftung Ludwig in Wien sowie 2004 seine Teilnahme an der Gruppenausstellung „Neue Wilde – Eine Entwicklung, Sammlung Essl,“ in Klosterneuburg.
Seit über 25 Jahren ist Hubert Scheibl mit zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland an renommierten öffentlichen und privaten Institutionen vertreten.
Biografie
Der 1952 in Gmunden/OÖ geborene Künstler studierte in den Jahren 1976 bis 1981 an der Akademie der Bildenden Künste in Wien bei den Professoren Max Weiler und Arnulf Rainer.
Durch seine individuelle Umwandlung der malerischen Sprache nahm Scheibl bereits Anfang der Achtziger Jahre eine bedeutende Rolle in der Kunstszene ein und zählt heute zu den wichtigsten künstlerischen Positionen Österreichs. Bereits 1985 nahm er an der Biennale in São Paulo teil, 1988 folgte die Teilnahme an der Biennale in Venedig (Aperto). Seit den Neunziger Jahren findet in seinem Œuvre verstärkt eine meditative und kontemplative Annäherung an die monochrome Malerei statt, die durch seine subtile Gestaltungsweise als Reflexionen über das Medium per se für Hubert Scheibl gelten. Der Künstler lebt und arbeitet in Wien.
Ausstellungen (Auswahl)
Einzelausstellungen
2004
Galerie Art House, Bregenz
2003 Galerie Six Friedrich Lisa Ungar, München
Tony Shafrazi
Gallery, New York
2002 Galerie 422, Gmunden
Galerie Six
Friedrich Lisa Ungar, München
2000 Galerie Figl, Linz
1999 Museum für Moderne Kunst Stiftung Ludwig, Wien
Galerie Charim Klocker, Wien
1998 Galerie Ropac, Salzburg
Galerie Six
Friedrich Lisa Ungar, München
1997 Galerie Gaudenz Pedit, Lienz
Galerie Lea Gredt, Luxemburg
1996 Galerie Kaj Forsblom, Zürich
1995 Galerie Ropac, Salzburg
Neue Galerie der
Stadt Linz, Linz
1994 Galerie Karin Schorm, Wien
Galerie Eugen
Lendl, Graz
1993 Galerie Ropac, Salzburg
1992 Salzburger Kunstverein, Salzburg
Galerie Ropac, Salzburg
1991 Gian Ferrari Arte Contemporanea, Mailand
Jack Tilton Gallery, New York
Galerie Lea Gredt, Luxemburg
Galerie Ropac, Paris
1990 Galerie Figl, Linz
Galerie Ropac, Salzburg
Wiener Secession, Wien
1989 Jack Tilton Gallery, New York
Badischer Kunstverein, Karlsruhe
1988 Galerie Ropac, Salzburg
Galerie Emilio Mazzoli, Modena
1987 Jack Tilton Gallery, New York
Kicken-Pausebach, Köln
1986 Jack Tilton Gallery, New York
Galerie Ropac, Salzburg
1985 Galerie Hubert Winter, Wien
Galerie Brinkman, Amsterdam
1984 Galerie Bleich-Rossi, Graz
Jack Tilton
Gallery, New York
Galerie Hubert
Winter, Düsseldorf
1983 Stadtmuseum Gmunden
Galerie Hubert
Winter, Wien
Galerie Ropac,
Salzburg
1981 Galerie Schnittpunkt, Steyr
1979 Impuls, Maria Schutz
1978 KHG, Wien
Ausstellungsbeteiligungen
2004 Neue Wilde – Eine Entwicklung, Sammlung Essl,
Klosterneuburg
2003 Galerie 422, Gmunden
2001 Die „alten“ Wilden, Galeria Academia,
Salzburg
1999 Dialog zwischen Künstlern aus D, A und CH, Galerie Doris Wullkopf,
Lindau a.B.
1998 43. Salon de Montrouge, Montrouge
Accrochage 98, Galerie Lea Gredt, Luxemburg
1997 Art Forum Gallery, Meran
Das Jahrhundert der Malerei, Sammlung Essl, Budapest
Aktuelle Kunst aus Österreich,
WAFA, Casablanca
Multiples out of order, Galerie Lisi Hämmerle, Bregenz
1996 Elements, Austrian Paintings since 1980, Hugh Lane Municipal
Gallery, Dublin
Malerei in
Österreich 1945-1995, Sammlung Essl, Künstlerhaus, Wien
Kunst aus
Österreich 1896-1996, Bundeskunsthalle Bonn
1995 Austria Vision,
Fondación la Caixa, Barcelona
Lokalzeit-Wiener Material im Spiegel des Unbehagens, Venedig
1994 Austria Vision, Fondación Caja de pensiones, Madrid
Lokalzeit-Wiener Material im Spiegel des Unbehagens, Wien und
Laibach
1993 Austrian Art Today, Palazzo Ducale, Mantua
Spiel ohne Grenzen,
Ludwig Museum, Budapest
Brushstroke, Ruth Bloom
Gallery, Los Angeles
1992 Identität und Differenz, Neue Galerie,
Graz, Steirischer Herbst
Pittura
Austriaca, Studio d`Arte Canaviello, Mailand
1991 Junge Kunst aus Österreich,
Deichtorhallen, Hamburg
Kunst aus Österreich, Dresden
Stiftung Tumult, Torun, Polen
1990 Collezione 88/89, Museo d`Arte
Contemporanea, Prato
Vision Wien, van Esch Galerie, Eindhoven und Kunstverein
Zwolle
Inconsolable, Louver Gallery, New York
1989 Österreichische Gegenwartskunst,
Helsinki und Odensee
Kunst der
letzten 10 Jahre, Museum moderner Kunst, Wien
1988 Ein anderes Klima, Kunsthalle Düsseldorf
Aperto,
Biennale di Venezia, Venedig
Europe Now,
Museo d`Arte Contemporanea, Prato
1987 E. Satie, Paris
Art actuel d`Autriche, Musée de L`Est, Luxemburg
Aktuelle Kunst aus Österreich, Europalia, Museum van
Hedendaagse Kunst, Gent
1986 Galerie Kries-Raymond, Paris
Centre d`art contemporain, Paris
Musée des Beaux-Arts, Calais
Kunsthalle Bern
Wien-Zürich, Zürich
1985 Austria felix, La nuova Pittura Austriaca, Palazzo Constanzi,
Triest
Nach Bilder, Galerie Winter-Hölzl, Düsseldorf
Oostenrijkse Avantgarde, Galerie Nouvelles Images, Den Haag
Berlin-Wien, GIM, München
Biennale São Paulo
1984 Galerie Bleich-Rossi, Graz
1983 Einfach gute Malerei, Museum des 20. Jahrhunderts, Wien
Junge Szene Wien, Wiener Secession
Zeitschnitt Österreich, Galerie Ropac, Salzburg
Neues Österreich, Galerie Hubert Winter, Düsseldorf
1981 Neue Malerei in Österreich 1, Neue Galerie am Landesmuseum
Joanneum Graz
Modern Art Galerie, Wien
1978 Geist und Form, Wien