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Manfred Schluderbacher

Manfred Schluderbachers Weltenräume

 

Die Kunstgeschichte versucht seit jeher, Ordnung in das zu bringen, was Maler malen. Diese Versuche sind sehr oft zum Scheitern verurteilt, weil Künstler Individualisten sind und sich nicht gerne in Schubladen stecken lassen. Auch Manfred Schluderbacher ist so einer, bei dem die Einteilung in eine bestimmte künstlerische Kategorie überhaupt nichts von dem erklärt, worum es ihm geht. 

 

Natürlich ist es nicht falsch zu behaupten, seine Malerei sei abstrakt. Aber das trifft auf jede Malerei zu: Selbst ein lebensnahes Bild von einem Baum ist ja kein Baum, sondern ein Bild ? also die Abstraktion eines Baumes. Das Entscheidende ist, dass Abstraktion nicht einfach die Anhäufung von Linien oder Farbflecken ist, zufällig über die Leinwand gespritzt oder darüber ausgeronnen, sondern das Ergebnis von Konstruktion. Ohne Konstruktion funktioniert Malerei einfach nicht ? jedenfalls keine, die auf Dauer ernst genommen sein will. Ohne Konstruktion fällt früher oder später alles auseinander. 

 

Jede Malerei braucht eine Basis. Die Basis ist immer ein Gegenstand, weil aus nichts nichts kommen kann. Die Basis der Bilder Manfred Schluderbachers ist die Natur. Allerdings nicht die Natur, unter der wir gemeinhin Bäume und Seen und Berge verstehen, sondern eine andere Natur: Eine Natur, die sich im Kopf abspielt ? oder, noch genauer lokalisiert, im Bauch. Manfred Schluderbachers Bilder, hat jemand einmal über seine Malerei geschrieben, wirken wie malerische Tauchgänge. Er reißt für uns, wenn wir seine Bilder ansehen, die Wolkendecke auf, und er reißt uns mit sich, hinauf ins Weltall. 

 

So, wie sich unsere Gefühlsebene sofort angesprochen weiß, scheint auch das Malprozess selbst intuitiv abgelaufen zu sein. Die Farbe Blau dominiert, häufig gibt es aber auch milchig weiße Kompositionen, die an dichte Wolkenformationen ? oder an die Fauna in großen Meerestiefen ? erinnern. Aber was uns als pure Intuition erscheint, ist das Ergebnis eines sehr bewussten, geradezu stringenten Malprozesses ? eben einer Konstruktion. Manfred Schluderbacher malt seine Bilder nicht auf einer Staffelei oder während sie an der Wand hängen ? nein, bei ihm liegen sie auf dem Boden. Um Zufälligkeiten beim Zerfließen der Farben auszuschließen, wird die Leinwand mit einer Wasserwaage austariert, damit die Fläche absolut eben ist. Denn eine weitere Besonderheit der Malerei Manfred Schluderbachers besteht darin, dass er die Ölfarbe sehr stark verdünnt und damit verfremdet ? fast glaubt man, es mit Aquarellmalerei zu tun zu haben. Manfred Schluderbacher ist ein Meister der transparenten, hauchdünnen, luftigen, durchscheinenden Malerei ? wie sonst sollte er den Blick des Betrachters in den Himmel entführen? 

 

Manfred Schluderbacher setzt sein Werkzeug, die Farbe, in ihrer nahezu immateriellen Erscheinung ein. Daraus ergeben sich ungezählte Abstufungen, Assoziationen von Dichte und Durchlässigkeit, von Helligkeit und abgrundtiefer Dunkelheit. Wir sind an Wolkennebel erinnert, an die Tiefe des Firmaments, an Wetterleuchten, an peitschende Wellen und raue Seen. Wir tauchen ein in etwas, das Wasser sein kann oder das Weltall. Ihre bauschige Struktur verleiht den Bildern eine weiche und sphärische Körperlichkeit. Und obwohl wir von Abstraktion sprechen, spüren wir den Bezug zur Natur, zur Landschaft, zum Raum in jedem Pinselstrich. Das Konstruktive ist in seinen Bildern zwar nicht mehr zu sehen, aber zu spüren. Wir spüren, dass da etwas ist, das alles zusammenhält: eine Struktur, eine Basis, eine Bildidee, ein fester Bezug zur Erscheinung der Welt. 

 

Manfred Schluderbachers Malerei ist eine Symbiose von völliger vergeistigter Abstraktion und völliger malerischer Intuition. Sie ist weder ganz das eine, noch ganz das andere ? sie ist beides. Sie ist die Verbindung der beiden Seiten menschlicher Fähigkeiten: zu denken und zu fühlen. Sie ist Ausdruck der einzigen Begabung, über die auf diesem Planeten nur wir Menschen verfügen: Unsere Existenz zu reflektieren, sie zum Ausdruck zu bringen und das zum Ausdruck gebrachte zu verstehen. Kein anderes Lebewesen ist dazu befähigt. Und darin liegt wohl auch das Besondere der Kunst, das wir alle spüren, auch wenn wir mit einem einzelnen Kunstwerk manchmal nichts anzufangen wissen. 

 

Manfred Schluderbacher ist ein Künstler, der mit jeder Faser seiner Wahrnehmung weiß, dass Kunst zuallererst eine Sache der Sinne ist, und dass der Sinn, den wir am stärksten in Anspruch nehmen, das Sehen, der Farbe bedarf. Denn Farbe ist Sehen! ?Malerei ist immer mit Emotion verbunden", hat Manfred Schluderbacher einmal gesagt. Die Landschaften, die er uns zeigt, sind gefiltert durch die Emotionen des Künstlers. Es sind Landschaften, die sich mehr als malerische Haltung denn als Motiv präsentieren. Nur so ist es möglich, dass sich die schleierartigen Schichten vor dem Bildraum plötzlich auflösen und ein abstrakt wirkendes Gemälde tiefe Assoziationen herausfordert. 

 

Otto Hans Ressler

1964 in Bregenz geboren / born in Bregenz

1988 - 92 Akademie der Bildenden Künste / Academy of Fine Arts - Vienna

 

Preise und Auszeichnungen / Prizes and awards

1990 Woyty Wimmer Preis für Grafik - Künstlerhaus Wien

1991 Kunstförderungspreis Rotary Club

Arthur Roessler Kunstwettbewerb - 3. Preis

?Sussmannstiftung? - Kunstförderungsstipendium

1992 1. Preis Künstlerische Gestaltung Landessonderschule Vlbg.

Kunstförderungspreis der Stadt Wien

1993 Österreichischer Grafikwettbewerb - Hauptpreis

1994 1. Preis Baukünstlerischer Wettbewerb - Dorfzentrum Hörbranz

1995 Pfann-Ohmann-Preis für Kunst im öffentlichen Raum

2002 DB-Sparkassa - Preis/Jubiläumsfonds

 

Einzelausstellungen / Solo exhibitions

1990 Künstlerhaus Wien

Künstlerhaus Bregenz

1991 Galerie Ariadne - Wien

Galerie Art-House - Bregenz

1992 Art Frankfurt

Galerie Ariadne - Wien

Galerie Trois Points - Montreal

1993 Galerie Würthle - Wien

1994 Galerie Hafner - St. Gallen

Galerie Schwind - Frankfurt

Galerie Vierte Etage (Kuckei&Kuckei) - Berlin

1996 Galerie Hafner - St. Gallen

Kunst ?96 - Zürich

1997 Galerie Vierte Etage (Kuckei&Kuckei)  - Berlin

Galerie Ariadne - Wien

2000 Nö.- Dokumentationszentrum Moderner Kunst - St. Pölten

2001 Galerie Heike Curtze - Wien

              Kunstforum Hallein

2002 Bösendorfersaal - Wien

Galerie Art-House - Bregenz

2003 Galerie Brunnhofer - Linz

2005 Galerie John Mitchell - Montreux

2006 Galerie Exner Wien

Galerie Art-House ? Bregenz

2007 Galerie Rhomberg - Innsbruck

2008 Galerie Brunnhofer ? Linz

2009 Galerie Roomart ? Wien

2012 Stadtmuseum ? Brixen

2013 2C FOR ART ? Salzburg

2014 Country Club - Kitzbühel

 

Kataloge / Catalogues

1990 ?Zeichnungen?, Galerie Ariadne - Wien

1991 ?Bilder/paintings?, Text: (dt./engl.) Dr. Diane Shooman, Galerie Ariadne - Wien

1992 ?Neue Arbeiten?, Text: Olga Litorna, Galerie Ariadne - Wien

1994 ?Arbeiten auf Papier 92/93?, Text: Maximilian Melcher, Galerie Vierte Etage - Berlin

?Malerei 93/94?, Text: Jürgen Schilling, Galerie Schwind - Frankfurt

1996 ?Reisetagebuch?, Text: Ausschnitt aus D. Dafoe; Robinson Crusoe, Galerie Paul Hafner - St. Gallen

1997 ?Fraeulein Marley?, Text (dt./engl.): Christopf Braendle, Wolfgang Hilger, Galerie Vierte Etage - Berlin

2000 ?Malerei 2000?, Text (dt.engl.): Markus Mittringer

2001 ?BSR? ,Text (dt./engl.): Florian Steininger, Heidulf GERNGROSS

2003     ?Malerei 2003? (dt./engl.): Florian Steininger, Galerie Brunnhofer - Linz, Salzburg

 

Ausstellungsbeteiligungen / Group exhibitions

1990 Art Frankfurt

Art Basel

Galerie Ariadne

1991 Fiac - Paris

Art Frankfurt

Art Basel

Rothwelsch - Brünn

Palais Liechtenstein - Feldkirch

Galerie Ariadne

?Die Kunst? - Messepalast Wien

1992 Decouvertes - Paris

Art Chicago

Art Los Angeles

Galerie Ariadne - Wien

1993 Art Chicago

Decouvertes Paris

Art Köln

Ferdinandeum - Innsbruck

Waltherhaus - Bozen

1994 Art Köln

Art Chicago

Galerie Würthle - Wien

1995 Art Chicago

Art Zürich

Galerie Hafner - St. Gallen

Galerie Vierte Etage - Berlin

Galerie Würthle - Wien

Galerie Ariadne - Wien

1996 Art Frankfurt ?96

Galerie Ariadne - Wien

Galerie Vierte Etage - Berlin

Kunst Wien ?96

1997 Art Frankfurt ?97

Kunst ?97 - Zürich

Galerie Ariadne - Wien

MAK - Wien

1998 Galerie Ariadne - Wien

Kunst Wien ?98

Kunst Zürich ?98

Galerie Paul Hafner - St. Gallen    

1999 Galerie Ariadne - Wien

2000 Galerie Ariadne - Wien

2001 Galerie Heike Curtze - Wien

Galerie Ariadne - Wien

2002 Galerie Heike Curtze - Salzburg

Art Bodensee  02

Galerie Brunnhofer - Linz

Galerie Ariadne - Wien

2003 Kunst Innsbruck

Art Frankfurt `03

Art Bodensee 03

Galerie Brunnhofer - Salzburg

Kunst Wien

Galerie Art- House - Bregenz

Kunst Linz

2004 Art Frankfurt

Art Bodensee 04

Art Cologne

Kunst Wien

2005 Art Bodensee 05

2006 Art Frankfurt

BA-CA Kunstforum - Wien u.a.  mit Brandl, Vopava,.

2007 Galerie Art House Bregenz

2008 Kunst- u. Antiquitätenmesse ? Wien

Galerie Art House ? Bregenz

Galerie Brunnhofer ? Linz

2009 Art Innsbruck

Art Bozen

Raumimpuls-Wien

2010 Art Innsbruck

Art Bozen

Kunst -u. Antiquitätenmesse ? Salzburg

Kunst ? u. Antiquitätenmesse ? Wien

        Art Austria ? Wien

        Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum ? Innsbruck

        Turn Around 2011, Kunsthaus Hafenstrasse - Linbz